Die Rückrunde war bis jetzt ein großer Erfolg und man konnte mit zwei deutlichen Siegen gegen direkte Abstiegskonkurrenten sich Luft nach oben verschaffen. Am Freitag traf man auf eines der Schwergewichte der Liga, den ESV Treuchtlingen 1883, bei dem man damals mit 9:2 böse unter die Räder kam. Nun war es an der Zeit sich den Respekt zurück zu holen! Doch dies gestaltete sich zunächst schwieriger als erwartet.
In den Doppeln schien die Katastrophe erneut ihren Lauf zu nehmen. Wacker/Dalles mussten gegen das starke Einserdoppel der Gäste, Killian/Leibig, ran. Dabei schlugen sie sich tapfer. Der erste Satz ging nach Höchstadt, auch im vierten Satz war man nochmal dran, aber die Treuchtlinger waren zu ausgebufft. Klar, dass Haubner/Goldbach ihr Doppel gewinnen mussten. Taten sie aber nicht. Über fünf Sätze dauerte die Partie gegen Tran/Moshammer und es sollte kein gutes Ende nehmen. In einer eher unterdurchschnittlichen Doppelvorstellung unserer Akteure musste man das Spiel mit 9:11 im Fünften abgeben. Das Dreierdoppel Müller/Klaus, bis dato noch ungeschlagen, verlor heute seinen Nimbus und konnte gegen Gangl/Brendel, die immer wieder mit ihren starken Vorhandtopspins durchkamen, nichts ausrichten. Der TTC lag also mit 0:3 zurück. Die Zuschauer und die Mannschaft sahen die Felle schon davonschwimmen, weshalb Dalles die Mannschaft dazu aufrief sich jetzt "endlich zu wehren". Gesagt, getan. Zunächst bat Haubner den Zweier der Gäste, Leibig, zum Tanz. Ein ganz unangenehmer Spieler, der mit seinen griffigen Noppen auf der Rückhand, sowie einer starken Vorhand, unseren Mann unter Druck setzen konnte. So lag der Höchstadter auf einmal mit 1:2-Sätzen zurück. Doch unser Mann steckte nicht auf, sondern gab jetzt alles. Beide schenkten sich nichts und die vielen, langen, spektakulären Ballwechsel begeisterten die Zuschauer. Am Ende schaffte es Haubner den Rückstand wettzumachen und mit 11:8 für den ersten Höchstadter Zähler zu sorgen. Goldbach durfte nun gegen Killian ran, der, hinter Schuhmann vom CVJM Lauf, mit einer Bilanz von 19:3 der zweitbeste Spieler der Liga ist. Hätte man vorher Wetten angenommen, niemand hätte wohl einen Pfifferling auf den TTCler gesetzt, aber das hätte gut Kohle gegeben. Wie schon beim Überraschungssieg gegen Greiner in Schweinau, so auch hier gegen Killian, schaffte es Goldbach gegen seinen Kontrahenten immer wieder Akzente zu setzen. Das Spiel des Treuchtlingers kam ihm dabei auch etwas entgegen, der jeden (!) Ball entweder mit Vor- oder Rückhandtopspin spielte. Auf einmal stand es 9:5 im dritten Durchgang für Goldbach und noch zwei Punkte fehlten zur Sensation. Mit 11:8 sorgte Der Kapitän für den Anschlusstreffer zum 2:3 und für freudige Mienen in den Gesichtern seiner Mannschaftskollegen.In der Mitte blieb es weiterhin spannend. Tran kämpfte gegen Dalles, der, wie in guten, alten Zeiten, immer wieder kurz vor der Eruption stand. Der Treuchtlinger griff mit Vor- und Rückhand druckvoll an und versuchte irgendwie an unserem Routinier vorbeizukommen, doch der widerstand dem Angriffssturm. Lange Zeit ging es hin und her, und keiner konnte sagen wie es ausgehen wird. Schließlich musste der finale Durchgang die Entscheidung herbeiführen. Mit 11:9 behielt der Frankenvulkan schließlich die Oberhand und ließ seinem Jubel freien Lauf! Ein tolles, hart geführtes Match, dass dennoch zu jeder Zeit fair war. Jetzt konnte Wacker gegen Gangl zur Führung aufschlagen. Der Treuchtlinger ist einer der unangenehmsten Kontrahenten dieser Truppe, da er mit seinem sicheren Blockspiel und seiner pfeilschnellen Vorhand immer gefährlich ist. Wacker ließ sich nicht beirren und zog teilweise acht Topspins hintereinander und führte schließlich mit 2:1 in Sätzen. Die Zuschauer waren aus dem Häuschen ob der Spannung. Nun war bei Gangl die Luft raus und Wacker setzte sich schließlich früh ab und gewann verdient mit 11:6 und erhöhte auf 4:3 für den TTC.Stefan Müller musste nun gegen Ersatzmann Moshammer ran. Der erste Satz ging deutlich an den Treuchtlinger und viele befürchteten Schlimmes. Aber nix da. Unser Mann drehte auf und zeigte seinem Kontrahenten, dass auch er mit starkem Angriffsspiel überzeugen kann. 3:1 für den TTC! Klaus hatte es dann mit Brendel zu tun. Obwohl der TTCler den ersten Satz für sich entscheiden konnte, schien er das Selbstvertrauen etwas vermissen zu lassen. Brendel nutzte das aus und schnappte sich die drei folgenden Sätze, was das 5:4 bedeutete.Im vorderen Paarkreuz musste nun nachgelegt werden. Haubner, angestachelt durch seinen Sieg gegen Leibig, wollte es nun auch gegen Killian wissen. Und wie er es wissen wollte: Ebenfalls glatt in drei Sätzen ging das Spiel auf beeindruckende Weise an den TTC. Derweil biss sich Goldbach gegen Leibig die Zähne aus. In den ersten beiden Sätzen fehlte jegliches Konzept, erst im dritten Durchgang kam unser Mann ins Spiel, aber da war es schon zu spät. 6:5 für den TTC. Auch Dalles musste nun gegen Gangl Federn lassen. Der Treuchtlinger agierte sehr clever gegen unseren Vierer. Beide spielten sehr passiv, was vielleicht nicht unbedingt gang und gäbe ist, aber manchmal geht es eben nicht anders. Dennoch blieb eine frühe Entscheidung erneut aus und der finale Durchgang musste entscheiden. Hier erwischte der Gast den deutlich besseren Start und führte früh mit 5:2, was unser Mann nicht mehr aufholen konnte. Mit 11:6 entglitt das Spiel den TTClern. Wacker musste gegen Tran ebenfalls alles abrufen, aber der Treuchtlinger konnte immer nochmals eine Schippe drauflegen. Zwar blieb es die ersten drei Sätze eng, und hätte Wacker den dritten Durchgang gewonnen, dann.... aber so musste er einem starken Gegner die Hand zum Sieg reichen, was den 6:7-Rückstand nach sich zog.Jetzt musste das hintere Paarkreuz nachlegen. Müller zeigte gegen Brendel keinerlei Nerven und siegte souverän in drei Sätzen: 7:7-Ausgleich. Klaus erwischte gegen Moshammer einen guten Start, wobei dieser Satz mit 14:12 als Zünglein an der Waage gesehen werden kann. Zwar ging der zweite Durchgang an die Gäste, doch Klaus behielt die Nerven und legte nach. Zweimal zu sechs schnappte er sich das 8:7 und der Überraschungspunkt war perfekt!Das Schlussdoppel fiel an die Gäste. Killian/Leibig agierten zu harmonisch und erwiesen sich als die unangenehmen Doppelkontrahenten, die man im Vorfeld erwartete. Zwar hielten Haubner/Goldbach dagegen, aber es sollte nicht reichen. Dennoch: Wahnsinn! Nach 0:3-Rückstand kommt der TTC, dank aller Zuschauer, zurück und holt sich gegen den Tabellenzweiten ein Unentschieden! Lediglich vier Einzel konnten die Gäste gewinnen, aber mit den vier Doppelerfolgen macht man eben auch vier Punkte. Dennoch: Ein Ein-Punkt-Sieg quasi, mit dem niemand so wirklich im Vorfeld gerechnet hatte. Kampfgeist und die Zuschauer trugen ihren sehr großen Teil dazu bei! |